Anlage eines Dialyseshunts

Dialyseshunt


Anlage eines Dialyseshunts :

- Anastomose (Zusammennähen von Blutgefäßen) → Arterien und Venen

- Übliche Arterien sind : a.brachialis, a.radialis und a.ulnaris

- Übliche Venen sind : v.basilica, v.cephalica, v.mediana cubiti und v.antebrachii


Für die Erhaltung der funktionellen Arterie wird die Vene durchtrennt und seitlich an die Arterie genäht. → Seit-zu-End-Anastomose


Wenn Arterie und Vene seitlich zueinander vernäht werden, dann spricht man von einer Seit-zu-Seit-Anastomose.


Wenn die Rede von einer End-zu-End-Anastomose ist, dann werden Arterie und Vene durchtrennt und die Enden dann miteinander vernäht.






 




Warum wird ein Shunt benötigt ?


Um ein Dialyseverfahren bei niereninsuffizienten Patienten durchzuführen muss in den Gefäßen idealerweise ein Blutfluss von 250-350 ml/min herrschen. Die natürlichen Blutgefäße des Menschen haben jedoch einen geringeren Blutfluss und sind somit nicht für ein Dialyseverfahren geeignet.


Der perfekte Shunt

Um die Punktion zu erleichtern sollte der Shunt einen möglichst großen Durchmesser haben und so nah wie möglich unter dem Hautniveau liegen um unnötige Schmerzen bei der Punktion zu vermeiden.

Ebenso sollte der Shunt den Patienten so wenig wie möglich in seinen alltäglichen Handlungen und Abläufen beeinflussen und/oder einschränken.




Die erste Punktion des Shunts

Die erste Punktion des Shunts darf nur von speziell ausgebildeten Pflegekräften oder von Ärzten durchgeführt werden !

Der Shunt muss erst 1-2 Wochen „reifen“.

Falls ein Interponat (künstliches Gefäß) verwendet wurde empfiehlt es sich 4-5 Wochen zu warten.


Shunttraining

Das Shunttraining hat zwei Hauptziele.

1. Shunt soll „reifen“ und sich physiologisch weiten

2. Patient lernt mit dem Shunt umzugehen und verliert bestenfalls, falls vorhanden, Ängste oder Unsicherheiten

Als Shunttraining versteht man Übungen, wie etwa das Pumpen bzw. das Zusammendrücken eines kleinen Softballs in der Hand im Sekundentakt. Dabei wird vorher ein Druck von 60 mmHg von außen (durch eine RR-Manschette) aufgebaut.

Diese Übung empfiehlt sich mehrmals tgl. für mindestens 5 bis maximal 15 Minuten am Stück.


Der Blutfluss sollte nach Reifung des Shunts ca 500 ml/min betragen.


Weshalb ist ein Dialyseshunt erforderlich ?

Da die Nieren nicht mehr oder nicht mehr ausreichend arbeiten, ist eine regelmäßige „Blutwäsche“ (Hämodialyse) erforderlich, um Schadstoffe und Stoffwechselschlacken aus dem Blut zu entfernen.



Risiken und mögliche Komplikationen nach Anlage eines Dialyseshunts

1.Leichte Schwellungen oder Schmerzen klingen in der Regel nach einigen Tagen von selbst ab.

2.Selten wird trotz aller Sorgfalt ein Blutgefäß verletzt oder eine Gefäßnaht wird undicht. Tritt dann eine Nachblutung auf, kann eine weitere Operation erforderlich werden.

3.Selten wird durch die Operation ein Nerv geschädigt. Daraus resultieren können : Taubheitsgefühl, Kribbeln, Missempfindungen, Schmerzen, selten chronische Schmerzen, selten dauerhaft Lähmungen an Fingern und der Hand, schlimmstenfalls im Bereich des gesamten Armes auftreten. Das Risiko einer Nervenverletzung ist bei Korrektur- und Wiederholungseingriffen erhöht.


4. In Einzelfällen kommt es zu Entzündungen im Operationsgebiet oder zu Abstoßung einer Kunsttoffader (Interponat). Hier ist eine schnelle Behandlung durch gezielte Antibiotikagabe oder durch Shuntentfernung nötig, um eine Blutvergiftung (Sepsis) zu vermeiden.

5.Blutgerinnsel im Shuntbereich (Thrombosen) können vor allem bei Diabetikern auftreten.

6.Lagerungsschäden (Druckschäden an den Nerven oder Weichteilen)

7.Nach Wundheilungsstörungen oder entsprechender Veranlagung können schmerzende oder ästhetisch störende Narbenwucherungen mit Hautverfärungen, durch Narbenschrumpfung auch Bewegungseinschränkungen entstehen.

8.Allergie/Unverträglichkeiten (z.B. auf Latex, Medikamente) kann zu einem Kreislaufschock führen, der intensivmedizinische Maßnahmen erfordert.

 
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